was bisher geschah…..

…..viel, um genau zu sagen (für die Klugscheisser, wie mich, unter euch: um genau zu schreiben). Es gab einen neuen Job, der auch jetzt noch aktuell ist, es gab eine neue Wohnung, Liebe, Hass, Tränen und eine Trennung. Ich kann nicht wirklich sagen ob ich glücklich bin oder gar zufrieden. Ich denke aber dass mein Leben in eine geordnetere Richtung gehen wird, wenn ich den Weg weiter gehen werde, den ich vor 2,5 Monaten eingeschlagen habe. Ich will zu einem Menschen werden der aufhört sich aufopferungsvoll um andere Menschen zu kümmern die mir nicht gut tun, und die dafür sorgten, dass ich mich selbst vergesse. Menschen, die mir immer wieder meine Fehler vorhalten und mir weh tun. Menschen, die in ihrem Leben alleine nicht voran kommen und sich besser fühlen wenn es anderen Menschen genauso schlecht geht wie ihnen selbst.
Denn dann gibt es wiederum Menschen die nach kurzer Zeit erkennen: „Du bist ein toller Mensch.“ Wer? Ich? Woher? Hhmm….
Warum trifft man auf solche besonderen Menschen erst wenn man ganz am Boden war? Um sie noch mehr wertschätzen zu können obwohl man WEISS wie hinreissend sie sind? Ich habe dieses Gefühl ‚was Besonderes zu sein‘ schon sehr lange nicht mehr vermittelt bekommen, und ich bin überaus dankbar dafür. Danke Jan. Selbst beim schreiben dieses Textes muss ich meine Tränen zurück halten. Es sind keine Tränen der Wut, des Hasses oder der Verzweiflung mehr, sondern der Freude und der Dankbarkeit.
Ich hoffe dass es noch lange so weiter gehen wird….

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Wie ich anfing ‚Weltbild‘ zu hassen

Es fing alles am 11. April an, ich hatte im Internet nach diversen Jobangeboten gesucht und unter anderem die für die Filialleitung bei Weltbild im Kieler Sophienhof. Ich saß am nächsten Tag stundenlang mit @danielasgedanke vor dem Rechner und habe zusammen mit ihr Anschreiben formuliert. Kopfzerreißend weil möglichst originell und ansprechend klingend. Ich gehe also heute, an diesem herrlichen Mittwoch Nachmittag, zum nächsten Fotoladen um mir schöne Bewerbungsmappen zu leisten (die alten sehen ja nach kürzester Zeit aus wie Mäuselöcher). Völlig euphorisch und motiviert lasse ich mich die Rolltreppe herunterfahren. Bewerbung aus der Tasche, in die Hand, in den Laden. Vor mir eine Kundin die Dinge fragte wo die gut beleibte, etwa mitte 40 jährige, verkniffene und frustrierte Verkäuferin keine Antwort drauf wusste (schon der 1. Minuspunkt). Als ich an der Reihe war lief das Gespräch etwa so ab: ich „Guten Tag, ich wollte gerne eine Bewerbung für dieses Geschäft abgeben“ sie „Für was denn?“ Ich „Als Filialleitung“ Sie „Die Stelle ist schon besetzt“ Ich „Oh, schade, sie steht nämlich noch im Internet.“ Sie „Ja das mag sein. Was sind Sie denn?“ Ich „Gelernte Kauffrau im Einzelhandel mit 7 Jahren Berufserfahrung“ Sie „Ja tut mir leid, wir suchen eh nur nach Buchhändlerinnen.“ Ja! Danke! Pisskuh! Total verwirrt und platt verließ ich „danke und mit einem ‚auf Wiedersehn'“-sagend den Laden. Daher steht meine Meinung zu dieser Filiale fest. Ich werde sie nie wieder betreten.
~Ende~


Der erste Spargel

Der erste Spargel des Jahres 2010.
Er war holzig, er war bitter, er war reduziert und kam aus Griechenland, es war Samstag Spätnachmittag im Penny. Es gibt kaum noch brauchbares (essbares) zu erspähen. Es musste also eine Alternative her. Hhmm… Brühe? Nein. Fleisch? Keins mehr da. Hass-Penny halt. Da kam plötzlich ein strahlender Engel vom Himmel (naja) mit einem Schild in der Hand: „30% auf Obst und Gemüse“ Ha! Spargel Du bist unser!

Ab nach Hause mit den guten Stangen. Schälen, kochen, geni… bäh! Ekelhaft! Ich musste auf dem Teller quasi alles noch mal (nach)schälen! Der Samstag hätte so gut enden können… 2. Versuch: heute! Wir also alles was an holzigen da war weg geschnitten. Guuut, der Spargel sah nicht mehr wie Spargel aus, aber darum ging es nicht. Wasser am kochen. Spargel rein. Wird schon.

Und dann war er da; der tolle Geschmack. Leute, es war herrlich!

Somit ist die Spargelsaison eröffnet.

Guten Hunger!


Dieses lustige neue Wesen

Wir haben lange überlegt, tun wirs, tun wirs nicht. Ist unsere Beziehung reif genug dafür? Monate langes warten und grübeln. Ich, mittlerweile ohne Arbeit und dadurch sehr oft Internet-verbunden hab sie gefunden. Die Eine. Die Schönste. Lea

"Lea"

Diese Augen…. Dieser Blick…. Mein Herz pochte. Ich wollte diese Katze haben. NUR diese. Die Anzeige war erst wenige Stunden alt. Werde ich Glück haben? Ich nahm Kontakt zu der Besitzerin auf, schrieb ihr einen wirklich netten (und wahren!) Text. Sie antwortete Stunden später, aber sie antwortete. Sie nannte uns nach kurzen Email-Austausch den Preis für die Fellnase. 100 €. Rumms. Steffen ist Student, ich, wie oben bemerkt zur Zeit ohne alles. Ich versuchte mein Glück weiter, sie schien ja nicht abgeneigt. 50 €? Kurzes Überlegen. Ja. Ja! JA! 3, 2, 1 … Unsere! Wir machten einen Besichtigungstermin bereits am nächsten Tag. Der Plan davor: alles Katzensicher machen. Katzen sind wie Kinder, nur geringfügig leiser.

Der Termin stand für 17:30 Uhr. Seit 15 Uhr kollektives alle-5-Minuten-auf-die-Uhr schauen. Haben wir das richtige Streu gekauft, wird die Besitzerin Futter mitbringen? Wenn nicht, muss der Krümel dann verhungern? Und die wichtigste Frage überhaupt: darf Lea bei uns bleiben? Sind wir würdige Besitzer für diese Britisch Kurzhaar mit Stammbaum?

Es klingelte. 17:23 Uhr. Ein leises Geräusch kam langsam (sehr langsam) näher. Eine kleine niedliche Ende 40-jährige Frau mit großer stylischer (ja wirklich) Transportbox. Es war zwar dunkel, aber man konnte schon erahnen welch unbeschreiblich schönes Tier dort drin wartet.

Die Klappe wurde geöffnet. Und da erstrahlte sie in voller Schönheit. Lea. Sie schaute kurz, die Besitzerin nahm sie auf den Arm. Lea hatte da wenig Bock drauf und verschwand kurzerhand unter der Couch. Für immer, dachten wir. Die Besitzerin spaßte noch rum, wenn es nach 8-10 Wochen hier komisch riechen sollte, meldet Euch doch noch mal. Haha. Die Besitzerin verabschiedete sich nach 1,5 Std schweren Herzens von ihren Schützling.

Wir haben alles versucht sie hervorzulocken. Spielzeug. Futter. Brekkies. Nichts. Irgendwann haben wir aufgegeben und sind zu Bett gegangen.

Am nächsten Morgen stellte sich eine sehr wichtige Frage: wo ist die Katze? Mit Taschenlampe und Anlock-Lauten bewaffnet gab es die Wohnung zu durchforsten. Unter der Couch: nein. Hinter der Couch: nein. In der Küche: nein. Im Bad: nein. Hm? In Luft aufgelöst? Neue Art der Entsorgung? Da kam Steffen auf die glorreiche Idee mal zwischen Badewanne und die Verkleidung durch Kacheln zu leuchten. DA! Leuchtende Augen. Aber: keine Chance an den Krümel ranzukommen. At all!

BadewannenLeaDer Teller im Bild ist eine Brekkies-Sammelstelle für nicht rauskommen wollende Katzen. Es tat sich den ganzen Tag nichts. Wir haben ihr Futter, Wasser und das Katzenklo hingestellt. Nichts. Wir haben uns wieder traurig ins Bett verkrümelt. Dann 3:18 Uhr. Rascheln. Das Katzenklo. Sie ist da! Steffen steht auf und lockt sie mit professionellen Katzen-Lock-Rufen an. Sie kommt zu ihn und lässt sich anfassen. Ich stehe mit ihm auf und wir gehen zu dritt ins Wohnzimmer um uns das erste Mal zu inspizieren. Sogar spielen war drin! Aber immer noch kein fressen. Die erste Stunde verging und Steffen legte sich noch mal hin, der arme Tropf muss ja schließlich arbeiten. Halb 5. Lea und ich spielen immer noch miteinander. Bürsten ließ sie sich auch sofort. Steffen steht auf. Halb 7. Steffen geht zur Arbeit. Die Katze turnt in der Küche rum und bleibt auf dem Kühlschrank zwischen Mikrowelle und Wand stecken. Dumme Katze. Küchenverbot. Sofort! Halb 8 klappe ich die Couch aus und falle in den Tiefschlaf. Halb 11 werde ich wieder wach. Katze immer noch unter der Couch. Ich will aufstehen und die Couch wieder einklappen. Geht nicht, Katze steckt drunter. Da ich ihr nicht weh tun möchte noch sie köpfen wollte, versuchte ich sie mit ihrer mitgebrachten Angel hervorzulocken. Dieses, nennen wir es ‚Spiel‘, ging 1 ganze Stunde (!). Wie doof ist dieses Tier eigentlich? Und: ist das ihr Ernst? Dann gelang es mir, mit einem Satz kam sie hervorgesprungen und ich konnte die Couch endlich einklappen. Ich war schweißgebadet. Ich ging duschen. In der Zwischenzeit verkrümelte sich Lea unter die Couch. So wie jetzt in diesem Moment (kein Scherz).

Das ging noch ein paar weitere Tage so. Kein Futter rührte sie wirklich an. (Oh, Lea kommt grade wieder unter der Couch hervor) Nach vielen unterschiedlichen Versuchen kam ein Paket, von der sorgenvollen Besitzerin geschickt, in unser Haus. Unter anderen dabei: Royal Canin Trockenfutter für anspruchsvolle Katzen. Wir konnten es kaum glauben, das Futter war nicht mal ganz im Napf da hatte die Fellnase auch schon die selbige im Futter. Juhu! Sie frisst! Royal Canin… Toll…. Ja…

Das Ende vom Lied: sie frisst mittlerweile alles (gute) was man ihr vorsetzt, trinkt reichlich und hat keine Scheu mehr vor uns oder anderen Menschen. Wir sind sehr stolz auf unsere Katze und lieben sie über Alles!